Gedenken zum Österreichischen Bürgerkrieg 1934
Am 12. Februar 1934 standen die Reste des Republikanischen Schutzbundes gegen die faschistische Herrschaft der christlich-sozialen Diktatur auf, die ein Jahr zuvor durch einen Putsch die Demokratie abgeschafft und die Macht im Staat übernommen hatte. An vielen Punkten in Wien und im restlichen Österreich wurden Heimwehr, Polizei und Bundesheer eingesetzt, um den demokratischen Aufstand niederzuschlagen. Mehr als 300 Tote forderte dieses brutale Vorgehen, im Zuge dessen die Exekutive auch davor nicht zurückschreckte, Gemeindebauten mit Artillerie zu beschießen.
Auch dieses Jahr fand das Gedenken der SPÖ Brigittenau gemeinsam mit den Brigittenauer FreiheitskämpferInnen im Gemeindebau Gerlhof statt, zu Ehren des Widerstandskämpfers Josef Gerl. Dieser nahm 1934 am Aufstand teil und floh nach dessen Niederschlagung in die Tschechoslowakei, ließ aber vom Wunsch, gegen das Regime Widerstand zu leisten, nicht ab. Nach seiner Rückkehr nach Österreich, bei der er mittels Sabotage gegen den Austrofaschismus vorgehen wollte, wurde er festgenommen und später grausam erhängt. 1949 erhielt der Gemeindebau den Namen Gerlhof, wo heute noch eine Plakette zu seinen Ehren angebracht ist.
Der Kampf für Demokratie und Freiheit ist heute, in der Zweiten Republik, aktueller denn je. Das betonten auch die Redner*innen beim diesjährigen Gedenken. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden der Brigittenauer Freiheitskämpfer*innen, Bernhard Macek, sprach die Klubvorsitzende und Bezirkssekretärin der SPÖ Brigittenau, Hannah Leitsmüller, über die politischen Zusammenhänge von Rechtsextremismus und antidemokratischen Bewegungen im Bezirk und in Österreich. Felix Graf übernahm für die Sozialistische Jugend das Wort und sprach über die Bedeutung des Einstehens für Demokratie in Österreich heute und die Relevanz, die der Aufstand 1934 heute noch hat. Der Brigittenauer Bezirksrat Raphael Windbichler schloss mit seinem Redebeitrag über die internationalen Gefahren, die der erstarkende Autoritarismus und Rechtsextremismus heute birgt.
Wir gedenken all jener, die sich mutig dem Faschismus in den Weg gestellt haben und die Freiheit, für die sie damals gekämpft haben, leider nicht mehr sehen durften. Auch hier und heute lautet die Antwort auf Autoritarismus, Faschismus und Rechtsextremismus: Nie wieder!
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